Stefanie Stahl

 

Unsere Expertin für das innere Kind

Stefanie Stahl ist Psychologin, Therapeutin und Bestseller-Autorin. In ihren Ratgebern setzt sie sich vor allem mit Bindungsängsten und dem Selbstwertgefühl auseinander und begeistert ihre Leser mit ihrem verständlichen und unterhaltsamen Stil. Gemeinsam mit der Psychologin Julia Tomuschat hat Stefanie Stahl nun einen einfühlsamen Ratgeber für alle Eltern geschrieben. Anstatt weitere fruchtlose Erziehungstipps zu erteilen, helfen die Autorinnen vor allem dabei, sich selbst und die Beziehung zu den eigenen Kindern zu reflektieren. Beziehung, statt Erziehung also – für ein entspanntes und glückliches Familienleben.

„Lieben und Loslassen, das sind die Fähigkeiten, die wir als Eltern für die Erziehung unserer Kinder brauchen.“

Autor Stefanie Stahl

 

3 Fragen an unsere Autorinnen



 

Nestwärme, die Flügel verleiht

Sich selber besser verstehen – für die Kinder

Nestwärme, die Flügel verleiht

Kinder brauchen Eltern, die klar, authentisch, entspannt und liebevoll erziehen. Doch das ist in einem Alltag voller Termine und Pflichten leichter gesagt als getan. Unser Ratgeber soll zeigt dir, wie du weniger tun kannst und dafür bewusster bist. Leicht kann es nämlich passieren, dass wir Kinder durch die Brille unserer eigenen Ansprüche wahrnehmen und so an ihren Bedürfnissen vorbei handeln. Je besser wir uns selbst im Auge haben, desto leichter können wir durchatmen und unseren Kindern gute Eltern sein!

Auch erhältlich im lokalen Buch- und Fachhandel.

BLICK INS BUCH

 


 

Reflexionsinsel: schwierige Situationen unter der Lupe

Denke für diese Übung an eine Erziehungssituation, die dir emotional noch in den Knochen steckt, in der du Wut, Angst, Scham, Schuld oder Traurigkeit gespürt hast. Häufig sind das Momente mit den Kindern, in denen wir überreagieren. Vielleicht sogar so stark reagieren, dass es uns hinterher leidtut.

Die folgenden fünf Fragen helfen dir, bestimmte Erziehungssituationen auszuleuchten. Am Beispiel von Caroline zeigen wir dir, wie du beim Beantworten der Fragen vorgehen kannst. Caroline hat zwei schulpflichtige Kinder im Alter von acht und zwölf Jahren. Wenn diese mittags von der Schule nachhause kommen, laden sie ihre Ranzen im Hauseingangsbereich ab. Auch die Schuhe und Jacken bleiben dort liegen. Caroline explodiert regelmäßig, wenn die beiden so achtlos Schuhe, Jacken und Ranzen in den Hausflur werfen. »Ich bin doch nicht euer Fußabtreter!«, schreit sie die Kinder an, nur um danach seufzend alles aufzuräumen.

1. Beschreibung der Situation: Was ist passiert? Was ist der Auslöser?

Notiere eine Erziehungs-Situation, die dich noch nachhaltig umtreibt. – Caroline würde zum Beispiel aufschreiben: »Ich bin mal wieder ausgerastet, weil die Kinder ihre Sachen in den Flur geworfen haben.«

2. Interpretation der Situation: Welche Glaubenssätze/Gedanken werden in der Situation getriggert?

Welche Glaubenssätze wirkten bei dir im Hintergrund? – Caroline stößt beim Nachdenken auf die folgenden Glaubenssätze: »Meine Kinder sind respektlos«, »Ich werde nicht gesehen« und »Ich bin nichts wert«.

3. Gefühle: Welche Gefühle empfinde ich in dieser Situation?

Was sind deine vorherrschenden Gefühle? – Caroline wird klar, dass sie zunächst wütend ist und sich danach für ihren Ausbruch schämt. Die Gefühle sind: Wut und Scham.

4. Verhalten: Was tue ich?

Wie hast du konkret reagiert? – Caroline notiert: Erst brülle ich meine Kinder an und dann räume ich die Schuhe, Jacken und Ranzen an ihren Platz, während die Kinder schon längst in ihren Zimmern verschwunden sind.

5. Lösungsimpuls: Angenommen, deine Glaubenssätze und Gefühle wären nicht getriggert und du könntest ganz gelassen bleiben, welche Lösungen ergeben sich dadurch?

Welche Ideen und Handlungsmöglichkeiten hast du, wenn du die Situation einmal neu – ohne die Brille deines Glaubenssatzes – betrachtest? – Caroline wird bewusst, dass sie zwei Alternativen hat. Entweder sie räumt ihren Kindern hinterher, ohne sich aufzuregen und formuliert für sich innerlich den Satz: »Kinder sind halt so.« Oder sie bespricht mit beiden in Ruhe, dass ihr die Ordnung im Flur wirklich wichtig ist. Sie könnte gemeinsam mit den Kindern eine Idee entwickeln, wie das gelingen kann. Ein Plan? Erinnerungszettel? Ein Ritual? Vielleicht könnte sie sogar eine Belohnung für das Kind in Aussicht stellen, das eine Woche lang nach der Schule seine Sachen ordentlich verstaut.

Vielleicht denkst du jetzt: »Das habe ich doch schon alles ausprobiert. Das nutzt sowieso nichts.« Wir wollen dir trotzdem Mut machen, am Ball zu bleiben. Die Veränderung braucht auch Zeit.


Das könnte Dich auch interessieren